Die fortschreitende Entwicklung in der Chirurgie erforderte auch im Bereich der Anästhesiologie eine zunehmende Professionalisierung und Subspezialisierung. Ein Meilenstein in der Entwicklung der deutschen Kardioanästhesie war die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) am 09.01.1970 in Frankfurt. Daraufhin entstanden eigenständige Herzzentren, unter anderem in München, Berlin und Bad Oeynhausen.
Die Gründung dieser Herzzentren führte zu einer interdisziplinärer Entwicklung der Teamarbeit, eine zunehmende Professionalisierung und der Interaktion zwischen den beteiligten Fachgebieten der Anästhesiologie, Herzchirurgie Kardiotechnik und später auch der Kardiologie. Diese Entwicklung wurde auch innerhalb der deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) erkannt, dass für die Entwicklung des Fachgebietes Anästhesie in den Herzzentren, eine spezifische wissenschaftliche anästhesiologische Expertengruppe notwendig ist, um diese Entwicklung erfolgreich zu mitzugestalten. Mit der Gründung der European Association of Cardiothoracic Anaesthesiology and Intensive Care (EACTAIC), wurde diese Notwendigkeit eines kardioanästhesiologischen Expertenforums auch auf europäischer Ebene unterstrichen.
Aus diesem Grunde wurde der Wissenschaftliche Arbeitskreis Kardioanästhesie der DGAI am 18.09.1987 im Deutschen Museum in München gegründet und ist damit der erste und älteste Arbeitskreis der DGAI.
Seit der Gründung versteht sich der wissenschaftliche Arbeitskreis Kardioanästhesie der DGAI als ein Impulsgeber für die interdisziplinäre Vernetzung und wissenschaftliche Entwicklung in der Herzmedizin und der Kardioanästhesie im deutschsprachigen und europäischen Raum.
